Autofahren und TÜV

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geritho
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Autofahren und TÜV

Beitrag von geritho » Mo Apr 02, 2012 09:34

Guten Tag zusammen,

seit 6Jahren bin ich rechts OSA. Habe mir danach ein RAVç gekauft und einen entsprechenden Pedalumbau machen lassen. Jetzt sagte mir ein Arzt, ich müsste diesen UMBAU vom TÜV abnehmen und eintragen lassen. Allerdings bin ich zwischenzeitlich zweimal in eine Polizeikontrolle gefahren, diese haben jedoch nichts beanstandet.
Gibt es da entsprechende Strassenverkehrsvorschriften?

viele Grüsse

Geritho

Olli_D
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Re: Autofahren und TÜV

Beitrag von Olli_D » Mo Apr 02, 2012 15:22

Hallo Geritho,

ich zitiere mal:
Wer vor der Amputation bereits einen Führerschein besessen hat, sollte diesen an den veränderten Gesundheitszustand anpassen lassen. Das schreibt der Gesetzgeber zwar nicht ausdrücklich vor, aber die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung weist jedem Verkehrsteilnehmer die Pflicht zu, selber dafür Sorge zu tragen, dass er auch weiterhin ohne Gefährdung anderer am Straßenverkehr
teilnehmen kann. Eine entsprechende Anpassung des Führerscheins lässt Zweifel an der Verkehrstauglichkeit z.B. bei Unfällen gar nicht erst aufkommen.

Für die Anpassung wird ein fachärztlicher Bescheid benötigt, der genauen Aufschluss über die Behinderung gibt. Auf Grundlage dieses Bescheids erstellt ein Sachverständiger des TÜV oder der DEKRA ein so genanntes technisches Gutachten, aus dem hervorgeht, welche Hilfsmittel gebraucht werden, um das Auto fahren zu können. Der Sachverständige wird hierzu die Reaktionszeit sowie das Brems- und Lenkvermögen des Amputierten überprüfen. Das Straßenverkehrsamt wird dann anhand des technischen Gutachtens die entsprechenden
Eintragungen im Führerschein vornehmen.
Nur weil die Polizei mal nichts beanstandet hat, sagt dass noch lange nichts über die Verkehrstüchtigkeit aus.

Sicherheitshalber mal beim TÜV nachfragen schadet sicher nicht.

Grüße

Oliver

Annelise
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Re: Autofahren und TÜV

Beitrag von Annelise » Mo Aug 05, 2019 15:44

Ich habe es bei meinem Autoverkäufer direckt vor dem Kauf schon einbauen lassen , und dort in der Werksatt ist auch die Tüv abnahme gemacht worden .
Die Tüv-abnahme fürs Linksgas ,kostete so der Verkäufer 39 Euro .
Der Umbau dann 800 Euro .
Das steht dann jetzt in den Fahrzeugpapieren drinn .
Und mit den Unterlagen gehe ich dann zum Straßenverkehrsamt und melde das Auto , dann so dan da an ( dann gleich von vorne herein dann , so eingetragen ,das Linksgas ).
Wo es dann jetzt schon vertig umgebaut ist , brauche ich das nicht noch mal abändern lassen beim Straßenverkehrsamt ,mit dem Eintrag dann drinn .
Grüße
Annelise

Markus_c3po
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Re: Autofahren und TÜV

Beitrag von Markus_c3po » Mo Sep 23, 2019 10:17

"Eine entsprechende Anpassung des Führerscheins lässt Zweifel an der Verkehrstauglichkeit z.B. bei Unfällen gar nicht erst aufkommen."

Das ist zwar richtig, es gubt aber keine Anzeige-Pflicht seitens des Bürgers bei der Behörde. Insofern MUSS der Führerschein NICHT angepasst werde!

Ein Fachärtzliches Gutachten ist auch nicht immer erforderlich und verursacht zusätzliche Kosten.

Erlangt die Behörde Kenntniss über die Behinderung, kann (und wird) sie eine Fahrüberprüfung anordnen. Dann ist der Bürger in Zugzwang. Dem kann man vorgreifen und selbst einen geeigneten Gutachter suchen und die Fahreignung überpfüfen lassen. Ggf. resulieren daraus Auflagen und Beschränkungen. Dies kann man aber im Vorfeld klären und dann geeignet zur Prüfung antreten.

Insbsondere sei vor voreiligen Maßnahmen gewarnt. Ruckzuck sind Teile des Führerscheins weg und es ist oft unmöglich, diese wieder zu gelangen. Ist die Klasse A, AM weg, darf man weder einen Roller noch Elektrofahrrad über ein Pedelec hinaus fahren. Gerade in der aktuellen Stimmung der individuellen Mobilitätsbeschränkung könnte das zukünftig fatal sein, wenn man mit dem Auto nicht mehr in die Stadt fahren darf.
Frisch amputiert ist man erst mal eingeschrängt. Mit entsprechendem Training mit der Prothese oder durch gute Kompensation sind auf einmal wieder Sachen möglich, die man zuvor nicht gedacht hat. Auch die fortschreitende Technik eröffnet neue Welten. So kann ich heute zum Beispiel problemlos mit der Oberschenkelprothese die Kupplung im Auto bedienen. Vor ein paar Jahren ging das nicht. Wäre jetzt Automatik im FS eingetragen, dürfte ich nicht mal mehr ein Leihauto mit Schaltung fahren, was jetzt problemlos geht.

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